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Hasselt „Lichtstadt des Nordens“
2.27 min
Egal, wie Sie sich nach Hasselt begeben - per Fahrrad, zu Fuß,
per Auto oder über den Wasserweg - auf jeden Fall springen Ihnen
schon aus der Ferne die Türme der Grote oder Sint Stephanuskerk ins
Auge. Es ist nicht der einzige Blickfang in der Hansestadt am Zwartewater.
Die reiche Geschichte der Stadt hat deutliche Spuren hinterlassen. Das
geschützte Zentrum ist eigentlich ein einziges, großes, prächtig
erhaltenes Denkmal mit schönen Brücken, stilvollen Grachtenbauten
und historischen Giebeln. Gründe genug für einen Streifzug durch
Hasselt.
Kennen Sie eigentlich die Verbindung zwischen dem kleinen Hasselt und
der Weltstadt New York? Ein gewisser Kiliaen van Rensselaer, aus Hasselt
stammend, scheint am Anfang der Entwicklung New Yorks gestanden zu haben.
Das jedenfalls wurde unlängst in einer geschichtlichen Untersuchung
festgestellt. Wie groß doch auch ein kleines Städtchen dank
seines Unternehmergeistes sein kann!
Die Geschichte von Hasselt war über die Jahrhunderte hinweg eng mit
der Hanse verknüpft. Alles begann mit der Verleihung der Stadtrechte
durch den Bischof von Utrecht im Jahre 1252. Die Hasselter Bürger
erhielten eine Reihe von Privilegien, darunter das Recht, Wochen- und
Jahrmärkte zu organisieren. Hasselt konnte außerdem eine günstige
Lage vorweisen: auf einer Flussdüne, genau dort, wo Zwartewater und
Overijsselse Vecht zusammenflossen. Kein Wunder, dass Handel und Betriebsamkeit
rasch zunahmen, vor allem im 14. und 15. Jahrhundert. Blühende Wirtschaftszweige
waren unter anderem der Schiffsbau, die Tuchweberei und etwas später
die Kalkindustrie.
Auch der Personentransport war von
Bedeutung. Die Hasselter Schiffer betrieben zum Beispiel einen Fährdienst
nach Amsterdam. Auch mit Bier und Fisch wurde gehandelt, ebenso mit Holz,
Vieh, Korn, Torf und den in Hasselt produzierten Dachpfannen. Der Straßenname
„Achter de Pannenwerk“ erinnert noch heute daran.
Hasselt war ein wichtiges agrarisches Zentrum für die Umgebung. Von
großer Bedeutung waren Butter und Heuhandel, was sich im Rahmen
des traditionellen Euifeest (Heufestes) Mitte August noch heute widerspiegelt.
Straßen und Grachten werden hierzu festlich beleuchtet und ziehen
Gäste von Nah und Fern an. Diesen Festen verdankt Hassel den Beinamen
„Lichtstadt des Nordens“.
Mittlerweile sind wir in der Gegenwart angekommen und können uns
mit eigenen Augen davon überzeugen, dass Hasselt - ungeachtet aller
Höhen und Tiefen - im Laufe der Jahrhunderte zu einer attraktiven
Stadt herangewachsen ist, die vor allem bei Radfahrern beliebt ist.
Die Innenstadt ist übersichtlich und charmant. Dank der Restbestände
der Stadtmauer aus dem 17. Jahrhundert ist der Stadtpark heute ein herrlicher
Erholungsort, an dem sich schnell mal ein Pause von der Alltagshektik
einlegen lässt. Schlendern Sie gemütlich an den Grachten entlang,
über die Brücken und durch die Gassen und unternehmen Sie einen
Abstecher in die Grote oder Sint Stephanuskerk. Auf der prächtigen
Rudolf Knol–Orgel haben schon viele berühmte niederländische
Komponisten ihre Kunst zu Gehör gebracht.
Versäumen Sie nicht, das einstige Rathaus auf dem Markt zu besuchen.
Dieses spätgotische Gebäude aus dem 15./16. Jahrhundert wurde
1998 einer umfangreichen Restauration unterzogen und ist nun Sitz des
VVV. Gleichzeitig ist es auch ein Besucherzentrum, in dem sich eine Sammlung
von Gemälden und alten Waffen befindet, darunter die weltgrößte
Kollektion von Hakenbüchsen.
Das Tor Vispoort aus dem 14. Jahrhundert wird auch Waterpoort genannt.
Diese Doppelbezeichnung hat mit dem Zugang zum Wasser und der Fischauktion
zu tun. 1521 versuchten die Zwoller, über dieses Tor nach Hasselt
einzudringen. Vergebens!
Auch der Stenendijk ist ein markanter Blickfang der Stadt. Er ist rund
einen Kilometer lang. Sie können verschiedene Mauerfragmente unterscheiden
- der Deich musste von den unterschiedlichen Landeignern selbst unterhalten
werden.
Die Kornmühle auf dem Stenendijk wurde 1964 und 1997 restauriert.
Wenn die blaue Flagge weht, können Sie die Mühle besuchen.
Eine Sehenswürdigkeit, auf die Sie nicht verzichten sollten, sind
die Kalköfen an der Buitengracht. Schon um 1500 befand sich an dieser
Stelle eine Muschelkalkbrennerei. 1990 kam mit dem Erlöschen des
letzten Ofens für diesen Betriebszweig das Ende. Die Öfen wurden
mittlerweile restauriert, um das industrielle Erbe für die Nachwelt
zu bewahren. Heute können Sie hier eine Ausstellung über die
Geschichte des Komplexes besichtigen.
www.kopvanoverijssel.nl
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