’Ein Tag in Hattem? Nicht, wie hin!


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Es liegt eine Stadt an der Ijssel, am Rande von Heide und Wald.
Sie ist von Grachten umgeben und Mauern - heute bewachsen mit Moos.“

Das Hattemer Stadtlied wurde 1999 mehrmals aus vollem Hals gesungen. Kein Wunder: Die Stadt bestand schließlich 700 Jahre, und das sollte jeder mitbekommen! Die Hattemer sind stolz auf ihre Stadt - und das zu Recht. Die einstige Festung zeichnet sich durch eine herrliche Lage auf den Ausläufern des Veluwemassivs aus. Vom alten Stadtzentrum aus erreichen Sie zu Fuß in zehn Minuten den Laub- und Nadelwald des Landgutes Molecaten. Wer mehr Weite sucht, wnedet sich in Richtung IJssel. Die Flora und Fauna der Umländer auf dem Homoet ziehen alljährlich viele Naturliebhaber an. Allerdings führt der Weg zunächst nicht in die Natur, sondern in die kleine und äußerst charmante Innenstadt.

In einem alten Archivdokument von 891 findet man die erste Meldung von „Hathiem“. Die Niederlassung auf der Flussdüne liegt strategisch günstig auf der Grenze zwischen den Rivalen Gelre und Oversticht (heute die Provinzen Gelderland und Overijssel). Für den Grafen von Gelre Grund genug, dem Ort 1299 die Stadtrechte zu verleihen. Eilig wurden daraufhin Schaufel und Kelle zur Hand genommen, um stattliche Mauern und Tore zu bauen. Das Schloss Sint Lucia entstand - und wurde im Volksmund die „Dikke Tinne“ genannt. Im Beinamen klingt die Ehrfurcht vor den Türmen (Tinnen) mit den dicksten Mauern der Niederlande durch.

Wer anno 2003 einen gemütlichen Rundgang durch die Hansestadt unternimmt, findet noch viele Erinnerungen an die Zeit, in der Kessel mit kochendem Öl, Kreuzbogen, Kanonen und Hellebarden auf den Stadtwällen bereit standen, um die Feinde außerhalb der Mauern zu halten. Das Straßenmuster ist noch das gleiche wie im Mittelalter. Das Schloss ist längst verschwunden, aber die mächtigen Fundamente sind im Pflaster wiedergegeben. Am Fuße der Stadtmauer sieht man regelmäßig Freiwillige in einem "Heimatgarten" arbeiten, in dem Pflanzen, Blumen und Sträucher aus der Vergangenheit ein Plätzchen gefunden haben.

Nur ein Stadttor, das Dijkpoort, hat den "Abbruchhammer" überstanden und ist nun wichtiger Teil in der Silhouette der Stadt. Das ursprüngliche Satteldach musste Anfang 1900 vier neo-gotischen Türmen weichen, die im Rahmen einer umfangreichen Restauration durch den berühmten Architekten Pierre Cuijpers angebracht wurden. Werfen Sie auch einen Blick in den Kräutergarten an der französischen Schule - und nehmen Sie eine Schere mit: Hier können Sie nämlich herrlich duftende Kräuter für Ihr Abendessen schneiden.

Wenn in früheren Jahrhunderten eine Stadt belagert wurde, musste natürlich die Nahrungsversorgung gesichert werden. Die Stadtmühle innerhalb der Festung war somit alles andere als überflüssiger Luxus. Auf dem Mühlenhügel findet man noch heute die Kornmühle De Fortuin. Jeweils samstags können Sie diese bei freiem Eintritt betreten. Die Vrijwillige Molenaarsgilde empfängt Sie in dieser betriebsbereiten Mühle mit großem Engagement.

Wer die Mühle besucht hat, muss auch einen Blick in das größte und schönste Bäckereimuseum der Niederlande werfen, denn Müller und Bäcker stehen von alters her zusammen. Im Nederlands Bakkerijmuseum wird die Geschichte von Brot und Zuckergebäck auf ungewöhnliche Weise wiedergegeben. Mehrmals in der Woche wird gebacken, zuweilen im 200 Jahre alten Holzofen. Auf Absprache können Sie selbst Hand anlegen und sich als Bäcker versuchen.

Das kleine Hattem besitzt drei Museen. Das pittoreske Bild der Stadt und der Umgebung zog Anfang 1900 eine Zahl von Malern an, die die Wolken über der IJssel verewigen wollten. Jan Voerman war einer von ihnen. Im Voerman Museum Hattem ist eine Reihe seiner prächtigen Arbeiten zu bewundern, ebenso Werke seines Sohnes Voerman junior – national bekannt für seine transparenten Aquarelle aus den Verkade-Alben. In diesem Museum finden Sie außerdem Dokumentationen zur Geschichte der Region, nostalgisches Spielzeug, Trachtenkleider, Handwerksgerät und anderes.

Auch der bekannte Illustrator Anton Pieck war sehr von Hattem angetan. Hier erkannte er etwas von der Atmosphäre aus seinen eigenen Werken wieder. Kein Wunder, dass das Anton Pieck Museum hier einen Platz gefunden hat; vom Künstler selbst entworfen. Die prächtige Übersicht seiner Arbeit zeigt, dass er nicht nur Meister in der Anfertigung bekannter nostalgischer Drucke war. Lithograpien, Radierungen, Reisezeichnungen und Ölgemälde zeugen von seiner Vielfältigkeit.

Besuchen Sie schließlich noch die herrlich restaurierte Grote oder Sint Andreaskerk. Hier informieren Sie Reiseführer gerne über die Gewölbemalereien und die Orgel.

Viele Geschäfte und die gemütlichen Caféterrassen komplettieren das Angebot der Hansestadt Hattem. Die Hattemer laden Sie herzlich ein - zu einem Besuch unter dem Motto:
"Ein Tag in Hattem? Nichts, wie hin!"

www.ronduithattem.nl