Egal, wie Sie sich
nach Hasselt begeben - per Fahrrad,
zu Fuß, per Auto oder über
den Wasserweg - auf jeden Fall springen Ihnen schon aus
der Ferne die Türme der Grote oder Sint Stephanuskerk
ins Auge. Es ist nicht der einzige Blickfang in der Hansestadt
am Zwartewater. Die reiche Geschichte der Stadt hat deutliche
Spuren hinterlassen. Das geschützte Zentrum ist eigentlich
ein einziges, großes, prächtig erhaltenes Denkmal
mit schönen Brücken, stilvollen Grachtenbauten
und historischen Giebeln. Gründe genug für einen
Streifzug durch Hasselt.
Kennen Sie eigentlich die Verbindung
zwischen dem kleinen Hasselt und der Weltstadt New York?
Ein gewisser Kiliaen van Rensselaer, aus Hasselt stammend,
scheint am Anfang der Entwicklung New Yorks gestanden zu
haben. Das jedenfalls wurde unlängst in einer geschichtlichen
Untersuchung festgestellt. Wie groß doch auch ein
kleines Städtchen dank seines Unternehmergeistes sein
kann!
Die Geschichte von Hasselt war über die Jahrhunderte
hinweg eng mit der Hanse verknüpft. Alles begann mit
der Verleihung der Stadtrechte durch den Bischof von Utrecht
im Jahre 1252. Die Hasselter Bürger erhielten eine
Reihe von Privilegien, darunter das Recht, Wochen- und
Jahrmärkte zu organisieren. Hasselt konnte außerdem
eine günstige Lage vorweisen: auf einer Flussdüne,
genau dort, wo Zwartewater und Overijsselse Vecht zusammenflossen.
Kein Wunder, dass Handel und Betriebsamkeit rasch zunahmen,
vor allem im 14. und 15. Jahrhundert. Blühende Wirtschaftszweige
waren unter anderem der Schiffsbau, die Tuchweberei und
etwas später die Kalkindustrie.
Auch der Personentransport war von
Bedeutung. Die Hasselter Schiffer
betrieben zum Beispiel einen Fährdienst nach Amsterdam.
Auch mit Bier und Fisch wurde gehandelt, ebenso mit Holz,
Vieh, Korn, Torf und den in Hasselt produzierten Dachpfannen.
Der Straßenname „Achter de Pannenwerk“ erinnert
noch heute daran.
Hasselt war ein wichtiges agrarisches
Zentrum für die Umgebung. Von großer Bedeutung
waren Butter und Heuhandel, was sich im Rahmen des traditionellen
Euifeest (Heufestes) Mitte August noch heute widerspiegelt.
Straßen und Grachten werden hierzu festlich beleuchtet
und ziehen Gäste von Nah und Fern an. Diesen Festen
verdankt Hassel den Beinamen „Lichtstadt des Nordens“.
Mittlerweile sind wir in der Gegenwart
angekommen und können uns mit eigenen Augen davon überzeugen,
dass Hasselt - ungeachtet aller Höhen und Tiefen -
im Laufe der Jahrhunderte zu einer attraktiven Stadt herangewachsen
ist, die vor allem bei Radfahrern beliebt ist.
Die Innenstadt ist übersichtlich und charmant. Dank
der Restbestände der Stadtmauer aus dem 17. Jahrhundert
ist der Stadtpark heute ein herrlicher Erholungsort, an
dem sich schnell mal ein Pause von der Alltagshektik einlegen
lässt. Schlendern Sie gemütlich an den Grachten
entlang, über die Brücken und durch die Gassen
und unternehmen Sie einen Abstecher in die Grote oder Sint
Stephanuskerk. Auf der prächtigen Rudolf Knol–Orgel
haben schon viele berühmte niederländische Komponisten
ihre Kunst zu Gehör gebracht.
Versäumen Sie nicht, das einstige Rathaus auf dem
Markt zu besuchen. Dieses spätgotische Gebäude
aus dem 15./16. Jahrhundert wurde 1998 einer umfangreichen
Restauration unterzogen und ist nun Sitz des VVV. Gleichzeitig
ist es auch ein Besucherzentrum, in dem sich eine Sammlung
von Gemälden und alten Waffen befindet, darunter die
weltgrößte Kollektion von Hakenbüchsen.
Das Tor Vispoort aus dem 14. Jahrhundert
wird auch Waterpoort genannt. Diese Doppelbezeichnung hat
mit dem Zugang zum Wasser und der Fischauktion zu tun.
1521 versuchten die Zwoller, über dieses Tor nach
Hasselt einzudringen. Vergebens!
Auch der Stenendijk ist ein markanter
Blickfang der Stadt. Er ist rund einen Kilometer lang.
Sie können verschiedene Mauerfragmente unterscheiden
- der Deich musste von den unterschiedlichen Landeignern
selbst unterhalten werden.
Die Kornmühle auf dem Stenendijk wurde 1964 und 1997
restauriert. Wenn die blaue Flagge weht, können Sie
die Mühle besuchen.
Eine Sehenswürdigkeit, auf die Sie nicht verzichten
sollten, sind die Kalköfen an der Buitengracht. Schon
um 1500 befand sich an dieser Stelle eine Muschelkalkbrennerei.
1990 kam mit dem Erlöschen des letzten Ofens für
diesen Betriebszweig das Ende. Die Öfen wurden mittlerweile
restauriert, um das industrielle Erbe für die Nachwelt
zu bewahren. Heute können Sie hier eine Ausstellung über
die Geschichte des Komplexes besichtigen.
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